Wieder einmal ist es Zeit ein neues Interview auf Projekt SEO zu veröffentlichen. Dieses Mal haben wir es tatsächlich geschafft, Pascal Fantou für ein Interview an die Strippe zu bekommen. Jetzt heißt es Zurücklehnen um den guten Stoff zu inhalieren…
Hallo Herr Fantou, gleich zu Beginn: Sie oder Du?
Gerne Du.
In Ordnung. Zu Beginn stell Dich doch bitte kurz mal für den Teil meiner Leserschaft vor, der Dich noch nicht kennt!
Hallo, mein Name ist Pascal Fantou. Ich bin 39, verheiratet, habe vier Kinder und wohne am Rand vom schönen München, wo die Rehe uns gute Nacht sagen. Ich bin schon ziemlich lange im Internet unterwegs und habe da schon eine Menge gesehen und gemacht
.
Und was ich am meisten gemacht habe, sind Fehler. Das ist aber auch das, woraus ich am meisten lerne, deswegen bemühe ich mich, die Fehler so schnell wie nur möglich zu machen und/oder zu erkennen.
In der Blogosphäre liest man ja seit geraumer Zeit eine ganze Menge über Dich und von Dir. Welches Ziel verfolgst Du mit deinem Blog q48.de?
Nun, als ich es gestartet habe- so in 2006 – gab es noch nicht viele Ressourcen zum allgemeinen Thema Online Marketing aus strategischer Perspektive. Ich wollte es als eine Plattform dafür starten, bin damit aber grandios gescheitert
. Zur Zeit schreibe ich praktisch nur noch über Konferenzen, weil das klassische Bloggen meiner Zeiteinteilung nicht mehr so entspricht wie das Microblogging auf Twitter oder Facebook.
Bei Projekt SEO versuche ich Einsteigern im Bereich Online Marketing die Grundlagen und die First-Steps näherzubringen. Wie bist Du zum Online Marketing gekommen?
Als ich ca. 1996 bei FOCUS Online anfing, gab es so etwas noch nicht. Im Laufe der Zeit wurde mir und meinen Kollegen aber bewusst, dass ich eine gewisse Begabung für Traffic und “kreative Optimierungen” habe. So habe ich mir unter anderem damit schnell einen Ruf erarbeitet, dass ich eine Seite auf der dritten Ebene betreute, die auf einmal mehr PageViews generierte als die focus.de Homepage… Als der CEO dann bei uns in der F&E Abteilung anrief meinte der Kollege: “Mehr als die Homepage? Das kann nur Pascal gewesen sein” Und so in der Art ging das dann weiter
Neulich habe ich einen Artikel über Dich gelesen in dem stand, dass Du unzählige akademische Abschlüsse vorweisen kannst. Welche sind das und wie passt das alles zusammen?
Das ist natürlich maßlos übertrieben. Richtig ist, dass ich Informatik und Witschaftswissenschaften an der TU München studiert, aber abgebrochen habe. Dann habe ich die Bayerische Akademie für Werbung und Marketing besucht und als Dipl. Kommunikationswirt (BAW) abgeschlossen. Danach dachte ich mir, jetzt fehlt mir noch so etwas richtig Grundlegendes und habe zwischen Philosophie und Soziologie geschwankt. Als ich aber eine Probevorlesung bei der Hochschule für Philosphie der Jesuiten besucht hatte, war klar: Das muss ich machen. Da habe ich das Baccalaureat (so eine Art B.A,) erworben. Und als ich dann auf Mitarbeiter losgelassen wurde, habe ich gemerkt, dass ich das noch nirgendwo gelernt hatte – also habe ich eine Ausbildung zum systemischen Coach und Supervisor abgeschlossen. Also klingt mehr als es ist… Ich bin halt ziemlich neugierig und gebe mich nicht mit der Oberfläche zufrieden.
Aktuell bist Du als GF der cogito ergo GmbH & Co. KG tätig. Der Blick auf www.cogito-ergo.eu/ lässt vermuten, dass die Geschäfte gut laufen! Kannst Du uns verraten, was genau ihr tut?
Nein, leider lassen das diverse NDAs nicht zu.
Ich habe gelesen, Du warst unter anderem für das Online Marketing bei Freindscout24 tätig…welche Stationen hast Du in deiner Karriere alles absolviert?
Also wenn Du es ganz genau wissen willst, was ich als die Basis meiner “Karriere” betrachte, würde ich ausserschulisches Engagement (ziemlich intensiv Basketball) und katholische Jugendarbeit (10 Jahre Ehrenamt) als Erstes nennen.
Berufliche Stationen
- Layout und Werbung bei ArtXDesign
- PR Berater bei Maisberger & Partner
- Forschung und Entwicklung / Business Development bei FOCUS Online / FOCUS Digital / TomorowFocus AG
- Unternehmenssberater bei face Kommunikationsentwicklung
- Leitung Business Development bei FriendScout24
- seit 2006 selbstständig als Berater oder Interimsmanager für ganz unterschiedliche Firmen und Projekte tätig
Auf welchen Bereich im Online Marketing hast Du dich Privat am meisten fixiert?
Privat bin ich am meisten auf meine Familie fixiert. Privates Online Marketing mache ich also wohl dann, wenn ich mit meiner Frau chatte
Hast Du neben www.cogito-ergo.eu/ noch private Projekte? Wenn ja, möchtest Du uns einige nennen?
Aslo neben meinem Beruf habe ich wie gesagt zur Zeit nur ein privates Projekt: Meine Familie
Diskrete Frage: Was sollte ein durchschnittliches Projekt monatlich einbringen, dass es für dich interessant wäre?
Also was ich wohl noch nicht so deutlich gemacht habe, (muss wohl am schlechten Marketing liegen) dass ich kein SEO im klassischen Sinn bin. Das ist nämlich nur ein winziger Teil von dem, was ich so mache.
Wie erkläre ich es am einfachsten? … Am liebsten male ich so etwas auf, aber ich probiere es mal textuell…
Also was mich interessiert ist: Maximierung des Deckungsbeitrages einer Unternehmung im Rahmen ihrer Möglichkeiten (welche auch diskutierbar sind)
Da sind zum einen die Generieung eines Kunden mit
1. mehr Traffic
2. Besserer Conversion
Also ist im B2C ein zentraler Messpunkt der Customer Lifetime Value.
Den kann ich auf unterschieldiche Art steigern:
1. Upselling und Cross Selling
2. Retention
Und die dritte Säule meiner Arbeit stellt die Entwicklung von neuen Business Modellen dar, also z.B. ein neues Produkt, dass es so noch gar nicht gibt erfinden.
Deswegen bezeichne ich mich auch gerne als “Erfinder”, weil ich nicht gut darin bin bestehende Dinge Tag für Tag weiterzumachen, sondern darin Neues zu erfinden.
Aber zurück zu deiner Frage: Ein Projekt, das mich beruflich interessiert muss vier Eigenschaften mitbringen: Spaß, Geld, Ruhm und Ehre. Auf das letzte verzichte ich am ehesten, denn das ist mir eigentlich egal. (Notgedrungen, weil ich es ab und zu auch gar nicht erzählen darf
Im BWL-Studium lernt man, dass man als Selbstständiger nahezu keine Freizeit mehr besitzt…wie viele Stunden arbeitest Du pro Woche? Kannst Du Dir vorstellen noch einmal als Angestellter tätig zu werden?
Zeit ist meinstens eine Frage der individuellen Priorität. Klar verdiene ich mehr, wenn ich mehr arbeite, wenn das Produkt, dass ich verkaufe “Zeit” ist. Das wäre die erste Komponente dieser Gleichung, die ich in Frage stellen würde.
Aber auf mich bezogen, ich arbeite zur Zeit nicht übermässig viel, weil ich gerne Zeit mit meinen Kindern verbringe, solange sie noch zu Hause sind. Diese Zeit ist unbezahlbar.
Klar kann ich mir vorstellen angestellt zu arbeiten. Wie ich gut arbeite hängt weniger an so formalen Dingen wie dem Anstellungsvertrag als vielmehr einem Umfeld, dass mich immer wieder neu reizt und mich adäquat entlohnt.
Nur so viel: Ich bin nicht käuflich, es sei denn der Preis stimmt
Abschließend noch noch eine Standardfrage von Projekt SEO: Was kannst Du jungen, engagierten Leuten empfehlen, die ebenfalls was im Leben erreichen wollen?
Endlich anfangen. Erfahrungen sammeln, Entscheidungen treffen, auf die Nase fallen, wieder aufstehen, etwas daraus gelernt haben und weitermachen. Und lasst Euch nicht erzählen, dass irgendetwas besonders schwer ist, die kochen alle nur mit Wasser. Aber manche natürlich schon etwas länger…
Vielen Dank für die Zeit Pascal…















Einwandfreies Interview, bis auf die kleinen Schreibfehler.
Aber bei Pascal kann man einfach nichts falsch machen. Glückwunsch!
Hallo Falko,
danke für die Blumen…habe mich nochmal kurz an die beseitigung der RSF gemacht…danke für den Hinweis…würde mich freuen, Dich öfter hier im Blog begrüßen zu dürfen…
LG
Das übliche Rede viel und sage nichts Geblubber, wie man es von BWLern und Strukkis so kennt.
Vorsicht Kollega…der Betreiber dieses Blogs ist ebenfalls BWLer…und zwar mit Leib und Seele….
Welche Anregungen hätten Sie denn für informativere Aussagen? Bzw. hätten Sie selber mal Interesse an einem Interview?
Danke für das Interview, liest sich sehr interessant
Eine Frage müsstest du noch hervorheben, beginnt mit “Im BWL-Studium lernt man, dass…”.